Was kostet eine Sitzung in der Kältekammer in Hessen?
+
Hessen ist eine der Regionen mit belegbaren Preisen: Die drei cooldown.me-Standorte in Bad Homburg, Gießen und Wetzlar verlangen 15 Euro für den Probetermin und arbeiten danach mit Abomodellen, CRYOPOINT Marburg nennt 19,90 Euro für die Probiersession und 29,90 Euro für die Einzelsession. Damit liegt der Einstieg im Land klar unter 20 Euro, die reguläre Einzelanwendung im Bereich von rund 30 Euro. Bundesweit bewegen sich Einzelsitzungen meist zwischen etwa 20 und 50 Euro, Abos und Mehrfachkarten zwischen rund 100 und 400 Euro. Für den aktuellen Stand gilt jeweils die Preisliste des Anbieters.
Wie kalt wird es in einer Kältekammer und wie lange bleibt man drin?
+
In Hessen finden sich vor allem zwei Niveaus: rund minus 85 Grad bei den elektrischen Kammern, etwa bei cooldown.me, ICEKALT Frankfurt oder der V1-Lux-Kammer bei doctorfrost, und rund minus 110 Grad bei Anlagen wie der Kurpark-Klinik Bad Nauheim, der Rheumaklinik Bad Wildungen, CRYOPOINT Marburg oder der V2-Kammer bei doctorfrost. Kryosaunen gehen deutlich tiefer: HEALFORM in Kassel nennt minus 130 bis minus 160 Grad, die Kryosauna Darmstadt bis minus 160 Grad. Die Anwendungsdauer liegt meist bei zwei bis fünf Minuten - die Kurpark-Klinik Bad Nauheim steigert etwa von 2,5 bis 3 Minuten beim ersten Mal auf 4 Minuten bei der zweiten Anwendung.
Gibt es in Hessen Kältekammern in Kliniken oder nur in Studios?
+
Hessen hat eine auffallend starke klinische Seite. Die Kurpark-Klinik Bad Nauheim betreibt eine Kältekammer mit elektrischem Kälteaggregat bei minus 110 Grad, die Rheumaklinik Bad Wildungen bietet medizinisch betreute Ganzkörperkältetherapie bei bis zu minus 110 Grad an, und das Aesthetic Quartier in Frankfurt ist eine Klinik für plastische und ästhetische Chirurgie mit eigenem Kryoangebot. Dazu kommt mit dem icelab in der Spessart Therme Bad Soden-Salmünster eine Anlage im Thermenbetrieb. Daneben steht die übliche Mischung aus Kryostudios und Praxen, vor allem in Frankfurt, Kassel und Mittelhessen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
+
Die ambulante Ganzkörper-Kältetherapie im Studio ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung und wird selbst bezahlt. Ist die Kältekammer dagegen Bestandteil einer stationären Behandlung oder einer Rehabilitation, wie in der Kurpark-Klinik Bad Nauheim oder der Rheumaklinik Bad Wildungen, gehört sie zum dortigen Therapiekonzept und wird über den Klinikaufenthalt abgerechnet. Private Versicherer und Beihilfestellen entscheiden einzelfallbezogen und verlangen meist eine ärztliche Verordnung. Wer eine Serie plant, sollte das vorher mit Arzt und Kasse klären.
Braucht man einen Termin oder eine ärztliche Überweisung?
+
Für Studios genügt eine Terminbuchung ohne Überweisung; die günstigen Probetermine bei cooldown.me oder CRYOPOINT sind genau für diesen ersten Besuch gedacht. Vor der ersten Anwendung steht üblicherweise ein kurzes Aufklärungsgespräch mit Gesundheitsfragebogen. In den Kliniken in Bad Nauheim und Bad Wildungen läuft der Zugang über die ärztliche Indikation im Rahmen der Behandlung. In der Spessart Therme ist die icelab-Kammer an den Thermenbesuch gekoppelt, hier gelten die Regeln des Hauses.
Was zieht man in der Kältekammer an?
+
Getragen werden trockene Unterwäsche oder Badekleidung sowie die vom Betrieb gestellte Schutzausrüstung aus Handschuhen, hohen Socken, Clogs und Stirnband oder Mütze. In begehbaren Kammern mit Kopfkühlung kommt häufig ein Mund-Nasen-Schutz dazu. In Kryosaunen wie bei HEALFORM in Kassel und Baunatal oder in Darmstadt bleibt der Kopf außerhalb der Kabine. In beiden Fällen gilt: alles trocken, kein Schmuck, keine Metallpiercings und keine Cremes auf der Haut.
Für wen ist Ganzkörper-Kältetherapie nicht geeignet?
+
Nicht geeignet ist sie unter anderem bei nicht eingestelltem Bluthochdruck, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzrhythmusstörungen, einem Herzinfarkt innerhalb der letzten Monate, ausgeprägten Durchblutungsstörungen, Raynaud-Syndrom, Kälteallergie, Epilepsie und akuten Atemwegsinfekten; auch in der Schwangerschaft wird abgeraten. Deshalb erheben die Anbieter vor dem Erstbesuch den Gesundheitsstatus und messen in vielen Fällen den Blutdruck. In den hessischen Kliniken erfolgt diese Prüfung ärztlich. Wer Vorerkrankungen hat oder Medikamente einnimmt, sollte die Eignung vorab ärztlich abklären lassen.
Was ist der Unterschied zwischen Kältekammer, Kryosauna und Eisbad?
+
Die Kältekammer ist ein begehbarer Raum mit trockener Umluft, in dem der ganze Körper inklusive Kopf gekühlt wird - Anlagen wie die von Kältekraft in Kaufungen oder doctorfrost in Frankfurt arbeiten so. Die Kryosauna ist eine Einpersonenkabine mit Stickstoffkühlung, bei der der Kopf herausschaut; in Hessen betreiben das unter anderem HEALFORM in Kassel und Baunatal sowie die Kryosauna Darmstadt. Das Eisbad ist eine Wasseranwendung bei rund 2 bis 10 Grad und wirkt wegen der hohen Wärmeleitfähigkeit von Wasser sehr direkt, weshalb die Verweildauer kürzer bemessen wird, als die Gradzahl vermuten lässt.
Was hat es mit der Vorkammer auf sich?
+
Viele Anlagen mit minus 110 Grad sind mehrstufig aufgebaut: Man durchläuft zunächst eine Vorkammer, damit sich der Kreislauf an den Kältereiz gewöhnt. Das icelab in der Spessart Therme Bad Soden-Salmünster nennt dafür eine Vorkammer bei minus 30 Grad und eine Hauptkammer bei minus 110 Grad, in der man maximal drei Minuten bleibt. Dieser Aufbau gilt als kreislaufschonender als der direkte Einstieg. Einpersonen-Kryosaunen und viele Einkammer-Systeme bei minus 85 Grad kommen dagegen ohne Vorkammer aus.
Wie oft sollte man in die Kältekammer?
+
Nach sportlicher Belastung nutzen viele die Kammer punktuell, bei anhaltenden Beschwerden empfehlen Anbieter Anwendungsserien über mehrere Wochen. Dass die hessischen Studios stark mit Abomodellen arbeiten - cooldown.me etwa an allen vier Standorten -, spiegelt genau diese Nutzungsform wider. Zwei bis drei Termine pro Woche sind ein gängiger Rahmen. In den Kliniken in Bad Nauheim und Bad Wildungen wird die Frequenz im Therapieplan festgelegt; bei gesundheitlichen Beschwerden ist eine ärztliche Abstimmung sinnvoll.
Wie fühlt sich die erste Anwendung an?
+
Weil die Luft sehr trocken ist, trifft die Kälte anders als draußen im Winter: Die ersten Sekunden fühlen sich als Kribbeln an, die Atmung wird kurz flacher, danach folgt meist ein Wärme- und Wachheitsgefühl. Anlagen mit Vorkammer wie in der Spessart Therme oder gestaffelte Zeiten wie in Bad Nauheim machen den Einstieg bewusst behutsam. Während der Anwendung bleibt Personal in Sicht- und Rufkontakt, und man bewegt sich langsam auf der Stelle. Abbrechen ist jederzeit möglich.
Was bringt Kältetherapie bei Rheuma oder nach dem Sport?
+
Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ist die Ganzkörper-Kältetherapie fester Bestandteil klinischer Konzepte - in Hessen setzen sie die Rheumaklinik Bad Wildungen und die Kurpark-Klinik Bad Nauheim ein. Ziel ist eine vorübergehende Schmerzlinderung und eine bessere Beweglichkeit, damit die anschließende Bewegungstherapie greift; geheilt wird die Grunderkrankung dadurch nicht. Im Sport wird die Kammer vor allem zur Regeneration genutzt, etwa bei den Frankfurter Anbietern mit sportlich ausgerichteter Klientel. Berichtet wird häufig von weniger Muskelkater, wobei die wissenschaftliche Evidenz uneinheitlich ausfällt und Kälte direkt nach schwerem Krafttraining den Aufbaureiz dämpfen kann.